Mittel-, Süd- und Osteuropa treffen aufeinander und formieren ein wunderhübsches aber von Touristen häufig übersehenes Land: Rumänen. Endlose Wälder, idyllische Landschaften, eine der größten Metropolen des Grünen Kontinents und einzigartige Kulturgüter erwarten die Reisenden.
Ein sakrales Schmuckkästchen: Die Region Bukowina
Unter dem Begriff „Moldauklöster“ sind acht hauptsächlich im 15. und 16. Jahrhundert erbaute Kunstschätze zusammengefasst, die dem Besucherauge mit bombastischen Wandmalereien schmeicheln. Eines der schönsten Beispiele meint das Kloster Sucevita. Die rechteckige Anlage nimmt einen grünen Talgrund ein und wird von wehrhaften Mauern umgeben. Im Zentrum thront die Klosterkirche. Wer sich ihr von der Nordseite aus nähert, trifft sogleich auf ein atemberaubendes Kunstwerk.
Die „Stufenleiter der Tugenden“, ein in Hellblau leuchtendes Fresko ziert die Außenmauer und zeigt den Weg in den Himmel. Interessant ist, dass nicht nur Engel, Gläubige, der Teufel und mehrere Heilige abgebildet wurden, sondern auch griechische Philosophen wie Platon und Aristotelis. Knapp 80 Kilometer entfernt steht das Konvent Putna. Es wird als die „Königin der Moldauklöster“ angesehen und ist die Grablege von Stefan dem Großen, dem wohl einflussreichsten aller rumänischen Könige. Im integrierten Museum sind wertvolle Ikonen, Reliquien und mittelalterliche Schriften ausgestellt.
Video: Spott zum Abschied – Rumäniens spezielle Bräuche
Höhlen, Berge und Schluchten
Rumänien ist dicht bewaldet und wird zu großen Teilen von Höhenzügen eingenommen. Einen der hübschesten repräsentiert das Apuseni-Gebirge. In den Westkarpaten und damit im sagenumwobenen Siebenbürgen gelegen, lädt es Wanderer zu herrlichen Erkundungstouren und Naturgenießer zum Entschleunigen ein. Die höchsten Gipfel ragen über 1800 Meter in das Firmament und weil die Region aus Kalkstein besteht, treffen Urlauber vielerorts auf gigantische Höhlensysteme. Die Eishöhle Scarisoara im Bihar-Massiv ist ein beeindruckendes Meisterstück und entführt in die glitzernde und mystisch hallende Unterwelt. Mehr Informationen über die rumänischen Berge und wie Reisende den Weg dorthin finden, stehen beispielsweise im Blog von cardelmar.de zur Verfügung.

Im Herzen der Transsilvanischen Alpen liegt der 2544 Meter hohe Moldoveanu. Das „Dach Rumäniens“ ist für Kletterer und Extrembergsteiger unattraktiv, da sich bis auf die wuchtigen Grate leicht zu bewältigende Pfade winden. Bergwanderern hingegen begegnet die Gebirgskette mit romantischer Abgeschiedenheit und einer unberührten Flora und Fauna, denn der Tourismus steckt noch in den Kinderschuhen.
Das „Paris des Ostens“ – Bukarest
Mit 2,2 Millionen Einwohnern meint die rumänische Kapitale die mit Abstand größte City des Landes und belegt im EU weiten Vergleich Rang 6 unter den ausgedehntesten Agglomerationsräumen. Hier vereinen sich französische, italienische, sowjetische und neurumänische Baustile zu einer zauberhaften Metropole, die an Kontrastreichtum nicht zu überbieten ist. Obwohl die kommunistischen Herrscher viele alte, an die Häuserzeilen Paris‘ erinnernde Stadtviertel abreißen ließen, gibt es sie noch.
In der Altstadt und vor allem unweit des „Arcul de Triumf„, des Bukarester Triumpfbogens werden Reisende fündig werden. Dominantestes Bauwerk der Stadt ist der „Palast des Parlaments“. Nirgendwo in Europa existiert ein flächenmäßig ausufernderes Gebäude! Den größenwahnsinnigen Gedankengängen des Diktators Nicolae Ceausescu entsprungen, ist es dieser Tage der Öffentlichkeit zugänglich und präsentiert unzählige Superlativen: 5100 Räume auf 65.000 Quadratmetern, die mit 480 Kronleuchtern, 2000 Kilometer langen elektrischen Leitungen und 1 Million Kubikmetern Siebenbürgener Marmor ausstaffiert sind, können bestaunt werden.
Faszination Rumänien: Europas Dornröschen
Etwas abseits ausgetretener Touristenpfade und doch ein Urlaubsland par excellence – Rumänien vermag jeden Reiseanspruch zu erfüllen und verzückt vor allem mit seiner Ursprünglichkeit . Natur pur, Gastfreundschaft als nationale Tugend und eine wechselvolle Historie, die Kulturstätten ersten Ranges hervorgebracht hat, kreieren ein sehenswertes Reise-Triumvirat.
Titelbild: © istock.com – mladensky
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