Paraglyding in den Alpen – Die Welt von oben

ParaglydingKaum eine andere Sportart kommt dem Traum vom Fliegen so nahe wie das Paraglyding. Laut- und schwerelos über die höchsten Gipfel zu schweben und dabei die Freiheit des Adlers zu fühlen – in den Alpen wartet dieses unvergessliche Erlebnis auf Abenteurer und Thermik-Akrobaten.

Hoch über dem Inntal

Der 2246 Meter hohe Patscherkofel wird von den Innsbruckern als Hausberg gesehen und ist mittels einer Bergbahn aber auch mit Wanderwegen hervorragend erschlossen. Rund um den Sendemasten am Gipfel finden leidenschaftliche Paraglyder ein hervorragendes Startgelände vor, dass allerdings gute Kenntnisse in Sachen Wind und Thermik erfordert. Das Inntal, welches zwischen zwei mächtigen Alpenkämmen eingeklemmt ist, meint selbst für Könner eine Herausforderung, offeriert jedoch fantastische Bilder und unvergleichliche Impressionen.

Über Österreichs fünftgrößter Metropole zu schweben, das Goldene Dachl blitzen zu sehen und gleichzeitig die steilen Wände des Karwendels vor Augen zu haben, birgt erhabene Momente. Drehen die Sportler auf dem Patscherkofel gen Westen ab, liegt ihnen die Brennerregion zu Füßen. Das Stubaital mit seinen bis ins Frühjahr hinein weißen Skipisten und prächtigen Gehöften wirkt als hätten himmlische Mächte eine Spielzeugkiste ausgekippt. Verschlafene Weiler, kleine Dörfer und dazwischen schneeweiße Kirchtürme lassen sich aus der Vogelperspektive bestaunen.

Video: Gℓeitschirmfliegen in den Kitzbüheler Alpen

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Der Kenner fährt zum Jenner!

Der Aussichtsberg über Berchtesgaden zieht das ganze Jahr über Paraglyder aus aller Welt an, wartet er doch mit einer Besonderheit auf. Obwohl der Jenner 1874 Meter misst, gehört er im Nationalpark Berchtesgaden eher zu den kleinen Erhebungen. Ihm gegenüber thront der sagenumwobene Gebirgsstock des Watzmanns. Auf die legendäre Ostwand zuzufliegen und unten die malerischen Matten der Gemeinde Schönau zu genießen, sind des Jenners stimmungsvolle Joker.

Erklimmen lässt sich der Berg am bequemsten mit der Jennerbahn, die im Winter auch Skifahrer transportiert. Den Hohen Göll im Rücken, blitzt der smaragdfarbene Königssee zum Gleitschirm herauf. Das sauberste Gewässer Bayerns bietet zwar keine geeigneten Landeplätze, doch zieht sein Antlitz die Sportler wie magisch an. Herrscht am 5. Dezember eine gut Thermik, startet ein himmlischer Paraglyder samt Rauschebart auf dem Jenner. Seit Jahren ist es Tradition, dass der Schönauer Nikolaus der Funtenseebass mit dem Gleitschirm zu den Kindern hinabfliegt und sie mit süßen Kleinigkeiten beschenkt.

Reiseratgeber

Grenzenloses Biwakfliegen zwischen Wendelstein und Benediktenwand

Wer den majestätischen Himmel durchschwebt, legt wenig Wert auf irdischen Luxus. Biwakflieger verzichten bewusst auf schicke Hotels oder das edle abendliche Dinieren und steuern ihren Paraglyder von Berghütte zu Berghütte. Tagsüber fliegen und wandern die Sportler mit ihrem schweren Gepäck, um kurz vor Sonnenuntergang im Matratzenlager der Schutzhütten einzukehren.

Auf diese Weise ist es ihnen möglich die morgendlichen Windverhältnisse in den Alpen zu nutzen, die bekanntermaßen ein Ideal des Gleitschirmsports markieren. Noch bevor die Sonne über den Wallberg nahe des Tegernsees klettert, schwingen sich die Biwakierer auf gen Rofangebirge oder Wendelstein zu fliegen. Die Berge Tirols sind nur einen Katzensprung entfernt und wer eine überdurchschnittliche Flughöhe erreicht, vermag sogar einen Blick auf die Türme der Münchner Frauenkirche zu werfen. Die Isar schlängelt sich auf Bad Tölz zu und Kochel-, Walchen und Staffelsee funkeln um die Wette.

Paraglyding über den WolkenEin Flug über das Paradies

Das Paraglyding in den Alpen eröffnet den Sportlern Orte von oben zu erleben, die nur über unwegsamstes Gelände zu erreichen sind. Andererseits dürfen täglich von tausenden Touristen besuchte Attraktionen aus einer ungewöhnlichen Perspektive bestaunt werden. Wer kann schon von sich behaupten über und nicht in Neuschwanstein gewesen zu sein?

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Titelbild: ©iStock.com/satinka
Textbild: ©iStock.com/francv

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Hannah Meier

Hannah Meier, 28 Jahre alt, aus Duisburg. Redakteurin auf entdeckungsreisen.org

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