Alleine fünf Millionen Rotlachse wandern alljährlich den Skeena River hinauf und machen es Anglern wie Schwarzbären leicht, üppige Beute einzuheimsen. Nebst diesem Überfluss sind es vorrangig die bombastischen Panoramen sowie die Allmacht der Natur, die Kanada auszeichnen und zu einem begehrten Reiseziel für Petri Jünger erheben.
Eine Legende mit hohen Fischbeständen
„Großer Fluss“ nannten ihn bereits die Ureinwohner und wer am Marsh Lake, dem Ursprung des Yukon Rivers steht, hat 3185 Kilometer wildestes Wasser vor sich. Der Yukon lässt sich nicht bändigen, ist ungestüm und spielte im Klondike-Goldrausch Ende des 19. Jahrhunderts eine gewichtige Rolle. Zwischen Whitehorse und Dawson verlaufen die landschaftlich schönsten 740 Kilometer.
Am menschenleeren Flussufer verweilend, vermögen Reisende sich die Strapazen vorzustellen, die die Goldsucher dereinst auf sich genommen haben. Mit einfachen Flössen schifften sie die rasanten und an manchen Stellen sprudelnden Fluten hinab und scheiterten nicht selten bei ihrem Vorhaben. Dort wo der der Big Salomon River, wörtlich übersetzt der „Große Lachsfluss“ in den Yukon mündet, nächtigen die Angler in idyllischen Camps am Flussufer. Unzählige Hochwässer und die Eigenwilligkeit der Natur haben ein verwinkeltes Delta entstehen lassen, das jedem Gast grenzenlose, weil ungestörte Freiheit schenkt.
Video: Abenteuer Kanada – Reise in die Wildnis
Kanadas Tal der Täler: Angeln am Skeena River
Die schneebedeckten Felsflanken des Seven Sister Peak und der Nass Range machen es dem Skeena schwer ein breites Flussbett anzulegen. Sind die wuchtigen Gipfel umflossen, weitet sich sein Lauf und es säumen Birken- und Fichtenwäldchen die malerischen, menschenleeren Ufer. Der sanfte Tourismus der Region sieht eine Unterbringung ausschließlich in rustikalen, einfachen Blockhütten vor.
Wie echte Trapper am Lagerfeuer sitzen, dem Plätschern der Wässer lauschen und den von unnatürlichen Lichtquellen verschonten, sternenklaren Nachthimmel bestaunen – die Camps am Skeena lösen die Erwartungshaltung jedes Reisenden im Handumdrehen ein. Mehr noch. Sie gewähren beim sommerlichen Angeln in Kanada den Zugang zu verwunschenen Flusskilometern, in denen sich das Wasser aufgewühlt und voller Leben zeigt. Fünf verschiedene Lachsspezies bahnen sich ihren Weg zu den Laichplätzen und drängeln, springen oder jagen an seichten Stellen direkt in den Kescher der Angelfreunde. Weil genug für alle da ist, brauchen sich die Sportler nicht vor den zahllosen Bären der Umgebung zu ängstigen.
Den Skeena im Sommer, am Fraser im Herbst
Lockt die Reisenden die Farbenpracht des Indian Summers nach Nordamerika, ist die Lachsflut am Skeena River bereits verebbt. Die Nummer 1 der fischreichsten Gewässer Kanadas meint nun der Fraser River.
Der längste Strom British Columbias wartet mit sich täglich verändernden Kieselbänken auf und fungiert als Kinderstube der Wapitis, Grizzlys und Bisamratten. Millionen Zugvögel machen sich vor dem drohenden Wintereinbruch auf, gen Süden zu entfliehen und rasten in den breiten Flussschleifen des raubeinigen und doch so anmutig schönen Frasers. Mindestens fünf Lachssorten sind es, die dem Ruf der Wildnis folgen und sich seinen Lauf hinaufquälen. Rot-, Buckel-, Silber-, Hunds- und die bis zu 1,50 Meter langen Königslachse können bei einem Angelaufenthalt beobachtet und gefangen werden. Letztere Art bringt bis zu 36 Kilogramm auf die Waage und fordert selbst erfahrene und unerschrockene Angler heraus.
Der Traum aller Petri Jünger: Angeln in Kanada
Der zweitgrößte Staat der Erde zeigt sich von Menschen dünnbesiedelt und vereint 20 Prozent aller unberührten Naturräume weltweit auf sich. Ausreichend Platz also, um dem Angelsport in all seinen Facetten zu frönen und dabei Landschaften zu genießen, die mit Worten kaum zu beschreiben sind.
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